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sinnvollFÜHREN Pinguin-Post
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Erkenntnisse aus Kanada und dem RFG'26
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Wir sind heute vor einer Woche wieder in Wien gelandet. Nach 12 Tagen in Kanada versuchen wir jetzt, wo der Jetlag endlich vorbei ist, Bilanz zu ziehen. Und wir nehmen dich dabei ein Stück auf unsere Reise mit.
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Wir starteten am 22. April in Montreal, fuhren von dort zunächst nach Ottawa, querten dann Ontario, vorbei an den 1000 Islands, und umrundeten zur Hälfte den gigantischen Ontario Lake. Das brachte uns nach Toronto, wo wir uns mit einer Kollegin zu einem spannenden Austausch über Lösungsfokus getroffen haben. Und dann fuhren wir wieder zurück in den Landesteil Quebec, in ein großes Waldgebiet nordwestlich von Montreal, wo wir in einer kleinen exklusiven Runde 5 Tage in einer wunderschönen Lodge beim Retrospectives Facilitators Gathering (RFG) verbracht haben.
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Fünf Tage Open Space mit 11 Leuten aus USA, Kanada und Europa - oder eigentlich sieben Tage, weil wir am Ende immer noch zu siebt in Montreal zusammengesessen sind (die anderen mussten früher ab- bzw. weiterreisen). Wir waren zuerst skeptisch und ein wenig traurig, dass sich nicht mehr Menschen zum RFG'26 angemeldet hatten. Und am Ende war es genau richtig so: super intensiv, super emotional und super lehrreich. Es ist also eine echte Herausforderung, die wichtigsten Erkenntnisse hier für dich - und für uns selbst - zusammenzufassen.
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Die Stimmung am RFG'26 war gedämpfter als sonst. Das lag wohl an der politischen Lage in den USA, wo das Gathering eigentlich hätte stattfinden sollen. Uns war nicht bewusst, dass so einige Leute aus den USA nicht nach Kanada zu kommen wagten, weil sie unsicher waren, ob sie wieder zurück nach Hause einreisen konnten. Wir hatten um die örtliche Verlegung gebeten, damit wir aus Europa gefahrlos dabei sein konnten. Die Nachricht, dass andere dafür verzichten mussten, traf uns tief. Uns war auch nicht bewusst, wie viel Sorge viele US-Amerikanerinnen und US-Amerikaner haben, dass sie vom Rest der Welt gehasst werden könnten. "You are our Brothers and Sisters - we don't hate you", sagte ein kanadischer Teilnehmer mit französischen Wurzeln und löste damit Tränen aus.
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Thematisch ging es in dieser Woche um die Themen "Continuous Learning", "KI-Einführung" und "Psychologische Sicherheit". Letzteres ist ein Thema, das wohl bei fast jeder Veranstaltung irgendwann auftaucht. Doch dieses Mal hat es neue Dimensionen mitgebracht. Wir haben außerdem "Wardley Mapping" kennengelernt, das Tool "Neatro" für Online-Retros wurde uns direkt von einem seinem Erfinder vorgestellt und daneben gab es unzählige weitere Themen, wie Politik, wirtschaftliche Herausforderungen oder die Wichtigkeit von Community-building, in die wir in kleinen Gruppen eingetaucht sind.
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Unsere drei wichtigsten Erkenntnisse des RFG 2026 in Kurzfassung
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- Menschen brauchen echte soziale Interaktionen mit anderen, wo sie so sein dürfen, wie sie sind, ohne sich verstellen zu müssen. Ja, das haben wir schon gewusst - und hier ist es nochmal so deutlich geworden, wie selten zuvor.
- KI-Einführungen stoßen häufig auf Widerstand bei den Mitarbeitenden. Das wiederum stößt bei KI-Begeisterten auf Unverständnis und es stellt sich die Frage, wie mit diesen Widerständen am besten umzugehen ist.
- Retrospektiven sind Momente des gemeinsamen Reflektierens. Es geht darum, herauszufinden, was gut gelaufen ist, wovon man also mehr machen sollte, und was nicht gut gelaufen ist und daher Anpassung braucht. Sie sind also ein wichtiger Teil des großen Themas Continuous Learning und sollten Wege in unser aller Leben finden, im Großen (Jahresretrospektiven, Projektretrospektiven), wie im Kleinen (tägliche persönliche Retrospektiven, Daylies...).
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Was uns der Süden Kanadas gelehrt hat
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Ottawa, die Hauptstadt dieses wunderbaren Landes, ist wunderschön - und wirkt beinahe ausgestorben. Die Kombination aus Prachtbauten, modernen Skulpturen, Hochhäusern und leeren Straßen, in denen zahllose Eichhörnchen herumhuschen, wirkt irgendwie unwirklich, skurril und fast ein bisserl traurig. Als wäre die Stadt ein vergessenes Juwel, das nur darauf wartet, wiederentdeckt und aufpoliert zu werden. Unser Gastgeber in Ottawa hat uns erzählt, wie gespalten das Land ist. Und dass es im Nordwesten Kanadas immer noch Regionen gibt, die nicht mit dem Auto zu erreichen sind, wo es weder Strom noch fließend Wasser gibt.
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Toronto hingegen brummt rund um die Uhr. Die glänzenden Hochhäuser reichen, soweit das Auge zu sehen vermag und die sogenannte Old City wirkt nur "old", weil die Häuser dort so aussehen, als müsse sie jemand vor dem Verfall bewahren. Wenn dann die Blue Jays (Baseball-Helden in Toronto) ihren großen Auftritt im Stadion haben, hält die Stadt für ein paar Stunden den Atem an. Danach strömen die Mengen auseinander und das geschäftige Treiben geht weiter, als wäre nichts gewesen.
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Montreal ist jung und hipp - und zu 80% Französisch sprechend. Die Stadt hat irgendwie ein europäisches Flair. Die gesamte Region Quebec, in der Montreal beheimatet ist, sieht sich als nicht zu Kanada zugehörig. Das hat viel mit der Geschichte des Landes zu tun und mit den unterschiedlichen Kulturen der zugezogenen Völker aus Großbritannien und Frankreich.
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Spannend finden wir, dass alles das von außen betrachtet (also von Europa aus gesehen) kaum bekannt ist. Kanada wirkte auf uns, als wäre es eines jener Länder, wo noch alles gut und wo man sich noch einig ist.
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Wenn man dieses Bild mit einem Großkonzern vergleicht, gibt es spannende Parallelen zu beobachten. Von außen betrachtet, scheint so ein Großunternehmen sehr stabil und insgesamt ein wenig behäbig und ruhig. Begibt man sich dann hinein, erkennt man auch dort verschiedene Kulturen, die aufeinanderprallen und jeweils ihr eigenes Ding machen, Unterschiede, die niemals aufgelöst werden konnten und - genau, wie in Kanada - vergessene Regionen, die von der Umwelt abgeschnitten sind und von der steuernden Zentrale kaum berücksichtigt werden.
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Dabei wollen alle dasselbe: gesehen werden, gehört werden, ernst genommen werden, dazu gehören. "Trump hat wohl unabsichtlich eine gute Sache bewirkt", sagte unser Gastgeber in Ottawa, "Zum ersten Mal in der Geschichte steht Zusammenhalt vor Trennung in Kanada. Das habe ich davor noch nie erlebt."
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In diesem Sinne: Lasst uns weiterhin zusammenhalten, lasst uns Unterschiede als Mehrwert sehen, und lasst uns "vergessene Regionen" aufspüren.
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Tipp
Während des RFG'26 hat Sabina Lammert angefangen, ihren Podcast aufzunehmen. Es sind drei Folgen vor Ort entstanden. Hört doch mal rein, z.B auf YouTube (da kann man sich's dann auch anschauen):
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- RFG26 Special: Welcome to the Retrospective Facilitator Gathering 2026
- RFG26 Special: How to use AI for Retrospectives
- RFG Special: Get to Know “Neatro” - an Online Retrospective Tool
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Wir wünschen dir viel Freude und einige hilfreiche Erkenntnisse.
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Frühlingshafte Grüße von deinem sinnvollFÜHREN Team aus der Mittelgasse in Wien
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Veronika, Ralph, Daniela und Natascha sowie Sunny und Elsa
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