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sinnvollFÜHREN Pinguin-Post
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Danke für das größte Geschenk
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Diese Woche feiern meine (Veronikas) Eltern ihren 60. Hochzeitstag. Ich nehme dies zum Anlass, ganz öffentlich DANKE zu sagen. Denn nichts hat mich so sehr geprägt, wie das große Glück, in diese Familie hineingeboren worden zu sein. Wie groß dieses Glück tatsächlich ist, und welche Auswirkungen es auf meine tägliche Arbeit hat, ist mir übrigens erst vor ein paar Tagen bewusst geworden.
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Eine junge Dame aus Hamburg, die in den letzten 4 Wochen bei uns zu Gast war, hat letzten Samstag erzählt, dass ihre Großmutter, die in einem kleinen Dorf in Norddeutschland lebt, immer wieder abwertend über Menschen aus anderen Ländern spricht und sie mit ihr darüber in Streit gerät. Meine Tochter hat erwähnt, wie froh sie sei, dass ihre Großeltern - also meine Eltern - alle Menschen mögen und wie sehr sie das bewundert. Ihre Aussage war nur ganz kurz - und mir wurde plötzlich bewusst, wie viel ich meinen Eltern zu verdanken habe.
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Dankbarkeit
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Letzten Montag habe ich die beiden besucht und ihnen davon erzählt. Und ich habe mich dafür bedankt, dass ich in eine solch offenherzige und hilfsbereite Familie hineingeboren wurde. Dafür, dass ich in dem Selbstverständnis aufwachsen durfte, dass jeder Mensch in jedem Moment das Beste gibt, was ihm gerade möglich ist. Und dafür, dass es völliger Unsinn ist, Schuldige zu suchen oder Menschen als böse abzustempeln.
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Die Reaktion meiner Mutter hat mich sehr überrascht. Sie, die leider schon sehr vergesslich - und auf ihre Art so unendlich weise ist - meinte, dass man das wohl nur teilweise lernen kann, wenn man das nicht schon als Kind erlebt hat. Und dann erzählten sie mir von meinen Großeltern und Urgroßeltern...
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Die Geschichte beginnt lange vor meiner Geburt
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Meine Eltern sind kurz vor (1944) und kurz nach (1946) dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Wien zur Welt gekommen. Mein Vater hat mir erzählt, dass sein Großvater schon als 14-Jähriger auf sich allein gestellt war. Um seinen Weg gehen zu können, war er darauf angewiesen, auf fremde Menschen zuzugehen und Vertrauen zu schenken. Als er meine Urgroßmutter kennenlernte, fand er eine Familie, deren Türen immer offen standen. Das "Haus am Satzberg" war bekannt für seine Gastfreundschaft. Es war immer voller Menschen, die einfach vorbeigekommen sind und willkommen waren.
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Auch meine Mutter wurde in ein offenes Haus hineingeboren. Sie ist mit vier Geschwistern und einem Hund aufgewachsen, und es war immer viel los. Offenheit, Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft scheinen sich wie ein roter Faden durch meine Familiengeschichte zu ziehen.
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Ich erinnere mich kaum an ein böses Wort und an erstaunlich wenig Ungeduld (abgesehen von meinen beiden großen Brüdern, die es geliebt haben, die kleine Schwester aufzuziehen). Danke, Mama und Papa, für eure Liebe füreinander und für uns Kinder. Ich wünsche euch weitere wundervolle Jahre miteinander. Und ich weiß, dass ihr euch jeden Tag miteinander schön macht - auch, wenn es zunehmend beschwerlicher wird.
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Reich beschenkt
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Die Lösungsfokussierten Haltungen, die Prime Directive für Retrospektiven, die Allparteilichkeit in Konfliktlösungsgesprächen - das alles habe ich einfach so in die Wiege gelegt bekommen. Heute nutze ich diese wertvollen Geschenke in meiner täglichen Arbeit mit unseren Kundinnen und Kunden. Dass sie etwas Besonderes sind, wird mir gerade erst bewusst.
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Jede Geschichte ist wertvoll
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Ralph könnte übrigens eine ähnliche Geschichte über sich und seine Herkunft formulieren. Auch er hat seine Schätze mitbekommen - genauso wertvoll, genauso besonders. Sie prägen ihn und seine unvergleichlichen Talente, die ich sehr bewundere, weil ich viele davon nicht mitbringe. Die Unterschiedlichkeit der Menschen hat tiefe Wurzeln in deren Vergangenheit. Jede einzelne Geschichte ist einzigartig und wertvoll. Es sind diese Geschichten, die dazu beitragen, ob wir uns gegenseitig ergänzen - oder als Bedrohung erleben.
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Und welche Geschichte trägst du in dir?
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Wir wären gespannt auf deine Geschichte. Was hast du Wertvolles von deinen Vorfahren mitbekommen, das sich unwiderruflich in dein Leben geschrieben hat? Wie nutzt du diese Schätze heute in deinem Leben? Und wie könntest du sie vielleicht noch nutzen?
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Wir freuen uns, wenn du dir deine Geschichte bewusst machst - und wenn du sie mit uns teilen möchtest. Sie gehört wohl zu den wertvollsten Vermächtnissen, die Eltern und Großeltern ihren Kindern mitgeben können.
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Und jetzt wünschen wir dir wunderbare Sommertage und freuen uns auf ein Wiederlesen.
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Veronika, Ralph, Daniela und Natascha sowie Sunny und Elsa
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